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 Betreff des Beitrags: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Mi 16.09.09 19:58 
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Buchkritik:
Gut gegen Nordwind

Autor:

Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien

Titel:

Gut gegen Nordwind

Erscheinungsdatum:
2006

Seitenanzahl:
223

Preis:
Ca. 17 Euro (Gebundene Ausgabe), ca. 8 Euro (Taschenbuch)

Inhalt:
Als Emmi Rothner, ihres Zeichens Ehefrau und zweifache Mutter, per E-Mail ein Abonement bei einer Frauenzeitschrift abbestellen will, kommt die Mail durch einen Tippfehler in der Addressleiste in den Posteingang des Sprachpsychologen Leo Leike.
In Folge dieser, und einer weiteren versehentlich versendeten Mail, entsteht eine Schreibfreundschaft, der praktisch keine Grenzen gesetzt sind.
Monatelang schreiben sich die Beiden jeden Tag, tauschen ihre Erfahrungen und Erlebnisse aus, als hätten sie sich ihr ganzes Leben gekannt. Tatsächlich kennen sie nicht einmal das Gesicht des gegenübers, ihre Freundschaft basiert nur auf hunderten von E-Mails.
Zu groß ist die Angst, ein persönliches Treffen könnte ihre "Freundschaft" zerstören.
Doch zumal die Beiden in der selben Stadt wohnen, wird die Versuchung immer größer...

Kritik:

Als ich "Gut gegen Nordwind" das erste Mal in der Hand hielt war ich relativ skeptisch. Zu sehr kam mir die Story als Liebegeschichte vor, "zu dünn ist das Buch um viel Spannung aufzubauen", dachte ich mir.
Wie naiv.
Der Bibliothekar meines Vertrauens versicherte mir, Daniel Glattauer sei ein sehr begabter Schrifsteller und "Gut gegen Nordwind" sei alles andere als eine klischeeartige Lovestory.
Ich vertraute dem Mann bei dem ich Zeit meines Lebens Bücher kaufte und nahm trotz aller Skepsis die Lektüre mit nach Hause. Nach den ersten 20 Seiten war mir klar: Der Bibliothekar bleibt am Leben!
"Gut gegen Nordwind" erwies sich als unheimlich intelligent geschriebenes, witziges Werk und zog mich sofort in seinen Bann.
Die Geschichte besteht zu 100 % aus den E-Mails der beiden Protagonisten - diese Form des Textes hat mich schwer beeindruckt, ist es doch damit möglich den normalen Tagesablauf zweier Personen sehr interessant wiederzugeben. Was mir aber am meisten imponiert hat, war der ausserordentlich gute Ausdruck. In eleganten Sätzen und einer brillianten Wortwahl demonstriert Daniel Glattauer den trockenen Humor der beiden Hauptpersonen.
Ein offenes und doch irgendwie endgültiges Ende resolviert ein wahrlich außergewöhnliches Werk.
Und auch wenn ich das Buch wenige Stunden nach dem Kauf bereits ausgelesen hatte und am nächsten Tag übermüdet in die Arbeit ging, hatte ich mich in dieser einen Nacht doch köstlich amüsiert während ich oft laut über den psychologischen Nonsense lachte, den Emmi und Leo permanent von sich gaben.
Meinen privaten E-Mail Verkehr hat Daniel Glattauer mit "Gut gegen Nordwind" wohl nachhaltig verändert.

Benjamin Ecker


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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Do 17.09.09 11:28 
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Gut gegen Nordwind war eines der wenigen Bücher die ich in einem Zug durchgelesen habe, gänzlich ohne Unterbrechung.
Die Dialoge wurden intelligent, humorvoll geschrieben und die Geschichte könnte sich in dieser oder ähnlicher Form wirklich zugetragen haben, in einem Punkt muss ich dich leider korrigieren, nicht 100% der Geschichte besteht aus e-Mail Verkehr. (Als sich Emmi und Leo in einem Cafe zu einem blind-date verabredet hatten und sie sich gegenseitig nicht erkannten, weil sich Leo von seiner Schwester begleiten ließ.........urkomisch, vermutlich die genialste Szene des Buches)
Das Buch ist nichts für schwache Nerven, denn die beiden Protagonisten sind ganz schön kompliziert (also ich würde vermutlich keinen von beiden treffen wollen) und sie sind extrem entscheidungsunfreudig oder einfach nur zu schüchtern um sich zu kennenzulernen. (obwohl Schüchternehit ist vl nicht treffend, denn Leo datet Emmi's beste Freundin und schläft sogar mit ihr)

Gutes Buch,.....gebe 8 von 10 Punkten! *zahn*


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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Do 17.09.09 12:36 
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partyfreind17 hat geschrieben:
In einem Punkt muss ich dich leider korrigieren, nicht 100% der Geschichte besteht aus e-Mail Verkehr. (Als sich Emmi und Leo in einem Cafe zu einem blind-date verabredet hatten und sie sich gegenseitig nicht erkannten, weil sich Leo von seiner Schwester begleiten ließ.........urkomisch, vermutlich die genialste Szene des Buches)


Dummer Ausdrucksfehler meinerseits. Ich meinte damit, dass das Buch gänzlich aus e-Mails besteht, also ohne Erzählerpassagen. Die Geschichte selbst dreht sich natürlich nicht nur um den Mailverkehr.

LG


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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Do 17.09.09 18:30 
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Benni25 hat geschrieben:
partyfreind17 hat geschrieben:
In einem Punkt muss ich dich leider korrigieren, nicht 100% der Geschichte besteht aus e-Mail Verkehr. (Als sich Emmi und Leo in einem Cafe zu einem blind-date verabredet hatten und sie sich gegenseitig nicht erkannten, weil sich Leo von seiner Schwester begleiten ließ.........urkomisch, vermutlich die genialste Szene des Buches)


Dummer Ausdrucksfehler meinerseits. Ich meinte damit, dass das Buch gänzlich aus e-Mails besteht, also ohne Erzählerpassagen. Die Geschichte selbst dreht sich natürlich nicht nur um den Mailverkehr.

LG


Na du hast vollkommend recht, habs mir nochmals angschaut (war ja schon länger her als ich das Buch gelesen habe).....keine Erzählerpassagen,...


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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Mi 18.11.09 17:26 
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eines der besten bücher, welches ich im letzten jahr gelesen habe :) die fortsetzung "alle sieben wellen" ist auch toll!


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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Mi 18.11.09 17:51 
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Das Buch ist spannend, aber sprachlich ziemlich anspruchslos.

Nur die ungewöhnliche Erzählform per E-Mail kann das Buch von einem 08/15 Liebesroman retten.

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Unglaublich, aber wahr - wir leiden unter Männermangel! Frauen sind aber natürlich auch willkommen. ;)

Wer das ändern will, bitte hier entlang: http://allourbase.net/ ! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Mi 18.11.09 18:19 
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Eines der wenigen Bücher de i freiwillig und gern gelesen hab.. aber der erste Teil ist bei weitem besser als der 2. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Fr 20.11.09 15:20 
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Ece hat geschrieben:
Das Buch ist spannend, aber sprachlich ziemlich anspruchslos.

Nur die ungewöhnliche Erzählform per E-Mail kann das Buch von einem 08/15 Liebesroman retten.


Als Verfasser eines solchen Posts würde ich ein solches Buch nicht als "sprachlich anspruchslos" bezeichnen.
Gerne würde ich einen von dir verfassten Text lesen, dieser muss ja der Hammer sein, wenn Gut gegen Nordwind ja so schlecht geschrieben ist.

Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Mo 23.11.09 11:04 
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Nachdem du den Unterschied zwischen "schlecht geschrieben" und "sprachlich anspruchslos" nicht kennst, macht es glaube ich keinen Sinn, dir einen meiner Texte zu schicken. ;)

Ausserdem... darf man seine Meinung auch schreiben, wenn man noch nicht den Literatur-Nobelpreis gewonnen hat, oder? ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Di 19.10.10 16:19 
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Ich fand das Buch, die Handlung echt gut. Wobei man sich nicht wirklich vorstellen kann, das so zufällig die E-Mail an eine falsche Person gerät und das dann auch noch zufällig Mann und Frau ist und im gleichen alter usw. aber trotzdem gefällt mir das Buch echt sehr gut und wenn man es gelesen hat muss man einfach den zweiten Teil lesen *toll*


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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: Do 21.10.10 00:12 
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hehe, ein Studienkollege hat auf einer Ausgrabung mir und ner weiteren Kollegin das ganze buch vorgelesen...wir waren immer total gespannt wie's weitergeht, vor allem der Humor beim gegeseitigen Kennenlernen von Leo und Emmi ist zum brüllen.
Als ich zuhause angekommen bin hab ich mir sofort den doppelband gekauft und ihn an einem Nachmittag ausgelesen :)

Eines der wenigen Belletristik-Werke der letzten Jahre, dass mich so gefesselt hat...und der erste Liebesroman sowieso ^^

_________________
Ich bin Zyniker...also quasi Realist mit Humor

Summum jus, summa injuria!


Zuletzt geändert von BFR_strikes_back am So 24.10.10 16:45, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buchkritik: Gut gegen Nordwind
BeitragVerfasst: So 24.10.10 11:00 
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Fand das Buch ganz okay für zwischendurch. Kein großartiger, literarischer Erguss, aber leicht in einem Fluss zu lesen, netter Plot und interessante Charaktere.


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